Chronik

 Vereinsgründung

Der 2. Weltkrieg war vorbei, die Schäden der Bombardierungen in unseren Städten noch überall sichtbar, viele Söhne und Väter kehrten von diesem schrecklichen Krieg nicht mehr in die Heimat zurück. Marschall-Plan und Währungsreform ermöglichten es Anfang der 50er Jahre, daß unsere Wirtschaft in allen Bereichen eine steigende Tendenz zeigte. Gefrierhäuser wurden gebaut und die ersten Schwarzweiß-Fernseher kamen auf den Markt. Mit dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz machte Deutschland wieder auf sich aufmerksam. Zahlreiche Wieder- und Neugründungen sämtlicher Vereine allerorts zeugten über neue Aktivitäten im Vereinsleben. So wurde in diesem Zeitraum auch unser Verein „Edelweiß“ gegründet.

Da der Wunsch zur Entstehung eines neuen Schützenvereins im Gasthaus Gloßer immer reger wurde, versammeln sich am Samstag, den 09.01.1954 18 Jungmänner und Männer zur Gründung des Schützenvereins. Der Vereinswirt Ludwig Gloßer sen. stellt die Gaststätte zur Verfügung, ebenso wie die ersten Anschaffungen (ein Luftgewehr samt Zubehör – gestiftet von der Gutsbrauerei Oberhaunstadt). Die Versammlung bestimmt die Vereinsführung und wählt Josef Treffer zum 1. Schützenmeister. Nach Vorschlägen der Anwesenden trägt der Verein den Namen „Schützenverein Edelweiß“. Der Vereinsbeitrag von 1,- DM vierteljährlich wird bei Aufnahme fällig.

Als Gründungsmitglieder haben sich laut Protokollbuch eingetragen:

Mitglied Funktion
Jahrgang

1. Josef Treffer 1. Schützenmeister 1927 +
2. Georg Meier Kassier 1931 +
3. Sebastian Schmid Schriftführer 1909 +
4. Johann Haußner Aktiv 1931
5. Kaspar Haußner Aktiv 1934 +
6. Emil Haußner Jungschütze 1936 +
7. Konrad Riedl Aktiv 1934
8. Anton Rieß Aktiv 1931
9. Leo Welser Aktiv 1931
10. Ludwig Mittermeier Aktiv 1930 +
11. Ludwig Gloßer Aktiv 1908 +
12. Josef Amler Passiv 1897 +
13. Heinrich Kothe Passiv 1883 +
14. Albert Steger Aktiv 1919 +
15. Martin Meier Aktiv 1932
16. Ludwig Gloßer sen Passiv 1878 +
17. Peter Klar Passiv 1900 +
18. Michael Haußner Jungschütze 1936

Folgende Kameraden traten kurz nach der Gründungsversammlung dem Schützenverein bei:
19. Böhm Josef Passiv 1912 +
20. Lechner Ludwig Passiv Ausschussmitglied 1909 +
21. Gittenberger Josef Passiv 1895 +
22. Kasan Helmut Passiv 1925 +
23. Funk Josef Aktiv 1925 +

Am 27.2.54 wurde die Vereinssatzung aufgestellt. Als 2 Schützenmeister wurde Sebastian Schmid gewählt. Hinzu kamen 2 neue Ausschussmitglieder: Amler Josef u. Lechner Ludwig

Das erste Schiessen

Bereits eine Woche am 16. Januar 1954 später findet das erste Schießen statt. Auf einem provisorischen Schießstand wird in der Gaststätte Gloßer vom Gastraum aus durch einen Schacht in den danebenliegenden Raum geschossen. Als Einlage sind für 5 Schuss 20 Pfennige zu entrichten. Nicht wenig, wenn man bedenkt, dass eine halbe Bier 45 Pfennige kostet. Die eigens vom Vereinswirt Gloßer für dieses erste Schiessen gestiftete Ehrenscheibe gewinnt Peter Klar.

Der Vereinswirt erklärte sich bereit, dass er dem neuen Schützenverein seine Gaststube zur Verfügung stellt und die ersten Anschaffungskosten die dem Verein entstehen, ein Luftgewehr mit Zubehör im Werte von 200.- DM von der Gutsbrauerei Oberhaunstadt, gestiftet wird. Die Vereinswirtin Rosa stiftete ebenfalls 100.- DM für die noch notwendigen Anschaffungen des Schützenvereins.

Der Vereinsbeitrag wurde vierteljährig auf 1.- DM festgelegt.

Natürlich will der neu entstandene Verein einem Schützengau angehören und wendet sich dem Gau Eichstätt zu. Nachdem der Gauschützenmeister Heinlein mit der Aufnahme zögert, schließt man sich dem Gau Ingolstadt an.

Im Februar 1955 wird die Vereinssatzung erstellt und das erste Königsschießen ausgetragen. Balthasar Amler erzielt auf die rote Fünfer Blattscheibe den besten Schuss und geht als erster Schützenkönig in die Vereinsgeschichte ein.

Theaterspielen

Zu dieser Zeit, da weder Kino, noch Fernsehen sehr verbreitet ist, sucht man die Gesellschaft im Verein. Darum ist es nicht verwunderlich, dass sich bald eine vereinseigene Theatergruppe zusammenfindet und mit zahlreichen Volksstücken die Bevölkerung unterhält. Das Theaterspiel erlangt einen hohen Stellenwert und wird liebevoll gepflegt, sowohl in der Gestaltung des Bühnenbildes als auch der zeitgemäßen Auswahl der entsprechenden Theaterstücke.

Vereinsausflüge

Das Gründungsjahr 1954 war zugleich ein sehr aktives Jahr und so findet auch gleich der erste Vereinsausflug statt. Noch ist die Mobilität und dadurch die Reisemöglichkeiten sehr begrenzt, und so bietet ein Ausflug die Möglichkeit die Geselligkeit zu vertiefen. Dieser führt in die Berge nach Garmisch, Partnachklamm, Oberammergau und zum Schloss Linderhof. Bis heute haben 38 Vereinsausflüge stattgefunden (siehe Übersicht Vereinsausflüge).

Die Anschaffung einer Schützenkette wird beschlossen und durch Talerspenden von Mitgliedern finanziert. Die ältesten Taler stammen aus dem Zeitraum von 1742 bis 1934.

Im Januar 1956 findet der erste Schützenball statt. Die Musikkapelle „Fries“ aus Wachenzell sorgt bei einem Eintritt von 1,20 DM für zünftige Stimmung.

Erster Schießstand

1956 wird der Bau eines Schießstandes beschlossen. Für den Bau des Schießstandes stiftet die Gutsbrauerei Oberhaunstadt beim Abschluß des Biervertrags das nötige Bauholz. Der Vereinswirt stellt dafür seinen Garten zur Verfügung. Beim Spatenstich im April ist dieser Schießstand bis dato einer der ersten im Landkreis Eichstätt.

Anschaffung einer Fahne

Die Anschaffung Anschaffung einer Vereinsfahne wir noch im selben Jahr im Oktober beschlossen die bei der Fahnenstickerei Kössinger in Langquaid bestellt wird. Die Kosten der Fahne samt Fahnenstange, Spitze, Schutzhülle und Traggurt sollen 1.400,- DM nicht überschreiten. Die Vorderseite zeigt die Ortskirche mit Dorfplatz, Vereinsname und Jahreszahlen, die Rückseite eine fünfkreisige Schützenscheibe mit gekreuzten Gewehren, Schützenhut und Schützenspruch, umrandet mit einem Edelweißkranz.

Fahnenweihe 1957

Anlässlich der Fahnenweihe am 06. und 07. Juli 1957 wird ein Schützenhorn angeschafft. Anlässlich der Fahnenweihe wird ein Preisschießen durchgeführt, wozu der Schießstand von sechs auf zehn Stände erweitert wird. Der Schriftführer Sebastian Schmid ersucht den Schützenverein „Orient Eitensheim“, die Patenschaft für die Fahnenweihe zu übernehmen, welche dankend angenommen wird.

Am Samstag nach dem Standkonzert am Dorfplatz wird unser Patenverein „Orient Eitensheim“ zusammen mit H.H. Kaplan Kachel (aus Abenberg angereist) mit Musikkapelle am Tauberfelder Bahnhof abgeholt. Anschließend wird bei Musik und Tanz im Garten des Vereinswirtes Gloßer gefeiert.

Bei heißem Sommerwetter finden sich am Sonntag 30 Vereine zum Festgottesdienst mit Fahnenweihe ein, welche von H.H. Kaplan Kachel zelebriert wird. Anschließend gedenkt die Fahnenjungfrau Wally Meier am Kriegerdenkmal in einem Gedicht der „Alten Helden“ und heftet das Trauerband an die neu geweihte Fahne.

Nach dem Festumzug überreicht die Fahnenmutter Maria Schmid das Ehrenband, die Ehrenjungfrauen Stilla Meier und Stilla Kaufmann ein Erinnerungsband sowohl an unsere Fahne als auch dem Patenverein. Der Schützenverein „Orient Eitensheim“ überreicht zur Erinnerung und zum Dank bei der Nachfeier einen Silbertaler für unsere Schützenkette.

Kapelle Edelweiss

Da die Geselligkeit seit jeher sehr gepflegt wird, gründen einige Vereinsmitglieder im Jahre 1958 die „Kapelle Edelweiß“ und spielen erstmalig zum Kirchweihtanz auf.

Die Mitglieder: Johann Haußner, Max Haußner, Leo Welser,
Kaspar Haußner und Konrad Hess.

Der Schießsport erlebt einen Aufschwung

In den 60er Jahren erfährt der Schießsport einen im Verein deutlichen Aufschwung. 1965 nimmt erstmals eine Mannschaft an den Rundenwettkämpfen teil und erreicht den Einstieg in die C-Klasse. Im Saal des Vereinswirts werden deshalb zwei weitere Schießstände aufgebaut. Noch im selben Jahr gelingt der Aufstieg in die B-Klasse. 1966 kann aufgrund des regen Interesses eine zweite Mannschaft gebildet werden. Am 19.03.1967 wird Ludwig Gloßer zum Sektionssportleiter ernannt.

Nicht nur gesellige und sportliche Ereignisse sind zu verzeichnen. 1968 brechen schwierige Zeiten für den Verein an, die sich bis 1972 wie ein roter Faden durch die Vereinsgeschichte ziehen. Erst 1972 beteiligt sich wieder eine Mannschaft an den Gaurundenwettkämpfen in der C-Klasse.

Nach einem neuen Aufschwung werden Mitte der 70er Jahre vier vollautomatische Schießstände gekauft und mit 16:0 Punkten der Aufstieg in die B-Klasse erreicht. Zum Standeröffnungsschießen im April 1976 finden sich zahlreiche Mitglieder ein.

Ein sehr erfolgreiches Jahr im Schießsport ist das Jahr 1977. Ludwig Gloßer jun. wird Sektionsschützenkönig der Jugend, Josef Meier wird Erster in der Sektionsmeisterschaft für Schüler. 1978 gelingt unserer ersten Mannschaft der Durchbruch zur Gauoberliga, die 2. Mannschaft erreicht den Aufstieg in die B-Klasse.

1979 erfolgt die Neufassung der Vereinssatzung, auch der Beitrag wird auf 20,- DM erhöht. Darüber hinaus muss der Ablauf des 25-jährigen Vereinsjubiläums festgelegt werden. Dazu findet im April in Vorausschau auf das 25-jährige Vereinsbestehen ein „Tag der offenen Tür“ statt, wo sich viele Mitglieder, aber auch Nicht-Mitglieder über die sportlichen Erfolge des Vereins informieren können.

Um beim Schützenfest im Juli ein einheitliches Bild abzugeben, werden für die Herren Schützenanzüge angeschafft.

25-jähriges Jubiläum

Im Juli 1979 findet das Schützenfest anlässlich des 25-jährigen Bestehens unseres Vereins statt. Der Ablauf gestaltet sich wie folgt: Den Freitag-Abend gestalten die Oberkrainer Musikanten unter der Leitung von Franc Korbar aus Slowenien. Nach dem Einholen der Vereine, des Patenvereins und des Schirmherrn Walter Meier am Samstag findet am Dorfplatz ein Standkonzert statt. Die Ehrungen am Abend werden von der Blaskapelle Biberbacher Buam sowie dem Duo Ramsauer untermalt. Die Messe am Sonntag findet im Festzelt statt und wird von drei Geistlichen (Dekan Weeger, Pfarrer Kachel und Pater Konrad Haußner) gefeiert. Nach dem Festumzug und Bänderverleihung nimmt der Abend einen schönen Ausklang mit dem Gaststar Erni Singerl und den Biberbacher Buam. Ein zum Fest angelegtes Fotoalbum wird bei der Nachfeier an geladene Gäste verliehen. Schirmherr und Bürgermeister Walter Meier ist vom Vereinsgeist sehr angetan und tritt alsbald dem Verein bei.

Martinsfeier

Einen festen Bestandteil im Gesellschaftsleben bildet bis heute die Martinsfeier, die 1979 ins Leben gerufen wird. So wird in jedem Jahr eine Martinsscheibe herausgeschossen. Martin Meier senior hat dazu 2002 eine neue Scheibe gestiftet die in den nächsten 10 Jahren herausgeschossen wird.

Kleinkaliberschiessen in Prambach

Um den Horizont im Schießsport zu erweitern, arrangiert Ludwig Gloßer 1980 erstmals die Möglichkeit, in Prambach Kleinkaliber zu schießen. Bis heute ist dies ein fester Bestandteil im jährlichen Vereinskalender. Schützenmeister Max Gruber und Ludwig Gloßer beim ersten KK-Schießen in Prambach.

Zur Information über alle wichtigen Ereignisse in unserem Verein wird 1981 eine Vereinsschrift herausgegeben.

Durch viele neue Mitgliedsaufnahmen wächst der Verein zu einer stattlichen Größe heran und kann im Jahre 1985 das 100. Vereinsmitglied begrüßen. Auch der Schießsport findet weiterhin großen Zuspruch, so dass im selben Jahr der Schießstand um weitere drei Schießstände auf acht erweitert wird und im Dezember durch ein Standeröffnungsschießen in Betrieb genommen werden kann.

Aus steuerrechtlichen Gründen erfolgt im Jahr 1987 der Antrag auf Gemeinnützigkeit, die ohne Probleme erteilt wird.

Um die Geselligkeit zu verstärken, wird 1987 erstmals ein Radifest und im Jahr 1988 ein Schafkopfrennen sowie Watt-Turnier abgehalten.

95-jähriges und 100-jähriges Jubiläum unseres Patenvereins

Der Einladung zum 95-jährigen Gründungsfest unseres Patenvereins „Orient Eitensheim“ sind wir gerne gefolgt. Wir überreichen unserem Patenverein einen Glaspokal als Geschenk und erhalten eine handbemalte Schützenscheibe. Am Festsonntag ist ein sehr heißer Tag, so dass nur wenige der Bänderverleihung entgegenschwitzten.

Dagegen war beim 100-jährigen Jubiläum ein Sauwetter. Am Sonntag waren wir die ersten Gäste und werden „solo“ von der Kapelle ins Festzelt gespielt. Wir überreichen unserem Patenverein einen 3-Liter Glaskrug. Eine ausgiebige Feier am Festabend am Samstag bis spät in den frühen Sonntagmorgen hält die „Edelweiß-Schützen“ nicht ab, am Sonntag morgen bereits wieder als die ersten Gäste zu erscheinen und feierten das 100-jährige Jubiläum unseres Patenvereins kräftig mit.

Josef Meier übernimmt das Schützenmeisteramt

Meier Josef, der nicht nur durch sportliche Erfolge glänzt, übernimmt am 22.März.1992 das Amt des ersten Schützenmeisters, welches er bis heute bekleidet.

Zu unseren traditionellen Veranstaltungen kann seit 1993 ein Faschingstreiben gezählt werden, das bis heute bei Jung und Alt rege Beteiligung findet. Um auch die nicht aktiven Schützen für den Schießsport zu begeistern, werden zahlreiche Veranstaltungen wie Strohschießen, Gaudi-Schießen, Edelweiß-Cup und Nikolausschießen abgehalten.

Das Vereinsleben wird jedoch auch von traurigen Ereignissen überschattet. Im Dezember 1995 nehmen wir Abschied von unserer Fahnenmutter aus dem Jahr 1957, Frau Maria Schmid.

Da die Vereinskleidung aus dem Jahr 1979 nicht mehr zeitgemäß ist, werden 1997 neue Anzüge für die Herren angefertigt, die bis heute unser Vereinsbild prägen. Auch die Vereinsfahne wird 1998 renoviert.

Schäfflertanz

Im Februar 1998 tanzen auf Bestellung der Familie Gloßer die Schäffler vor der Vereinsgaststätte. Trotz Eiseskälte kam gute Stimmung auf, nicht zuletzt dank diverser flüssiger Wärmeeinheiten unseres Vereinswirts.

Schäfflertanz beim Gasthaus Gloßer
Die Teilnahme am 100-jährigen Bestehen des zweiten ortsansässigen Schützenvereins Schützenclub Tauberfeld wird überschattet durch das Ableben unseres langjährigen Kassiers Anton Urban. Beim Festzug bekundet unser Verein und die Firma Gloßer die Gastfreundschaft in Tauberfeld in Form von Getränkeständen.

Zwei weitere Todesfälle erschüttern das Vereinsgeschehen: Erster Bürgermeister, Schirmherr und Mitglied Walter Meier stirbt am 10.06.1999 sowie unsere langjährige Vereinswirtin Irmgard Glosser, der gute Geist des Vereins, am 05.09.2000. Aus diesem Grund wird dem Verein von der Familie Gloßer angeboten, die Vereinsgaststätte zunächst in Eigenregie weiterzuführen.

Erfolgreiche Jugendarbeit

Durch die intensive Jugendarbeit, welche bereits 1996 durch einen zweiten Jugendleiter verstärkt wird, gelingt es im Februar 2001 zum ersten Mal mit einer Schülermannschaft die Gaumeisterschaft zu erlangen.

Katharina Meier wird Deutsche Meisterin

Den größten Erfolg im Schießsport kann im Jahre 2002 Katharina Meier für sich verbuchen. Kathi erzielt in der Disziplin Luftgewehr 3-Stellung der Schüler den Titel der Deutschen Vizemeisterin und kann tags darauf sogar den Meistertitel in der Klasse Luftgewehr Schüler draufsetzen.

Diese sportlichen Erfolge ehrt der Landkreis im März 2003.

50 Jahre Vereinsleben bei der Familie Gloßer

50 Jahre lang unterstützte die Familie Gloßer das Vereinsleben in schießsportlicher und gesellschaftlicher Hinsicht. Fanden im Saal die Höchstleistungen im Schießsport unseres Vereins statt, so wurde in der urigen, einmaligen Wirtsstube das Vereinsleben in gesellschaftlich kameradschaftlicher Zusammengehörigkeit gefördert und gepflegt.

Erste Überlegungen für ein eigenes Schützenheim

Die gesundheitlichen Probleme unserer Vereinswirtin Irmgard und Andeutungen der Familie Gloßer, die Bewirtung der Gaststätte in die Arme des Vereins zu legen, veranlassen die Vorstandschaft für die Zukunft etwas Eigenes zu schaffen. Dazu werden verschiedenste Alternativen angedacht, wie z.B. der Umbau bereits bestehender Gebäude. Eine Realisierung gestaltet sich äußerst schwierig, sodass schlussendlich der Neubau eines Vereinsheims unumgänglich ist.

Bei der Gemeinderatssitzung vom 11.05.99 unter Vorsitz des damaligen 1. Bürgermeisters Walter Meier werden die Zukunftspläne der anwesenden Vereinsvorstände gehört. In Vertretung des Vereins gibt der 1. Schriftführer Johann Haußner kund, dass der „Edelweiß“ plant, ein eigenes Vereinsheim zu bauen, wobei das Grundstück von der Gemeinde gestellt werden soll. Ein Standort südlich vom Hochbehälter Tauberfeld wird vom Verein ins Auge gefasst. Das alte Raiffeisen-Lagerhaus in Tauberfeld, ein Baugrundstück der Familie Bauer (Beselbauer), die Brandl-Wiese (Six) im Wiesengrund haben sich unter vehementen Einsprüchen von Anliegern zerschlagen. Der unermüdliche Einsatz unseres ersten Bürgermeisters Peter Doliwa macht es doch noch möglich, ein Grundstück von der Familie Schlamp (Wirt) am sog. Fahrsilo für die Gemeinde zu erwerben.

Nachdem die Stellungnahmen von Wasserwirtschaftsamt, Naturschutz und Landratsamt vorliegen, erfolgt die Bauplaneingabe persönlich durch den 1. Bürgermeister. Im Februar 2002 wird der Bauplan zurückgegeben mit der Auflage, Lageplan und Bepflanzungsplan nachzureichen. Der Pachtvertrag mit der Gemeinde wird unterzeichnet und der Zuschussantrag an den BSSB gestellt, dieser fällt allerdings zunächst negativ aus.

Eine erneute Vorsprache in Hochbrück durch den 1. Bürgermeister, 1. Schützenmeister sowie 1. Kassier bringt Klarheit über die Dringlichkeit unserer Baumaßnahme.

Ein erneutes Treffen findet im Januar 2002 statt zwischen unserem 1. und 2. Schützenmeister, dem 1. und 2. Bürgermeister, dem 1. Gauschützenmeister von Ingolstadt und Eichstätt, dem Kämmerer der Gemeinde Buxheim, dem 1. Schützenmeister vom Schützenclub Tauberfeld und MdL Schneider mit dem Resultat statt, dass der Bauabschnitt I (Edelweiß) beginnen kann.

Spatenstich

Am 01.02.2003 wird der vorläufige Baubeginn von der Regierung Oberbayern erteilt.

Die Firmen Schimmer aus Buxheim und Binz aus Ellwangen treffen sich vor Ort. Die Firma Schimmer soll die Bodenplatte erstellen, worauf die Firma Binz dann das Gebäude in Holzbauweise erstellen wird. Am 16. Mai 2003 ist der historischer Spatenstich unter zahlreicher Teilnahme von Mitgliedern und Freunden des Vereins.

Schützenmeister Josef Meier, Bgm. Peter Doliwa, Franz Schimmer, Gauschützenmeisterin Elisabeth Maier

Unfreiwilliger Baustopp

Bei der Abnahme des Schnurgerüstes wird die Baumaßnahme vom Amt eingestellt: „Ein Höhenplan muss nachgereicht werden“.

Erneuter Baubeginn. Die Abflussleitungen werden verlegt und die Vorbereitungen für die Bodenplatte werden in Eigenregie durchgeführt. Die Bodenplatte wird im Juni von der Baufirma Schimmer betoniert. Die Firma Binz aus Ellwangen-Pfahlhem rückt Ende Juni mit Gerät und Montagetrupp an. Innerhalb kürzester Zeit ist unser Vereinsheim im Rohbau erstellt, das Dach isoliert und eingedeckt, Fenster und Aussentüren gesetzt. In ca. vier Wochen stellte die Firma Binz aus Ellwangen-Pfahlheim die Halle fertig

Die Hebauf-Feier kann am 08.07.2003 steigen. Der Verein hat zu Freibier und warmem Leberkäse geladen. Die Sponsoren zeigen sich sehr großzügig und Wolfgang Stark (Schaffa!) sorgt mit seiner Quetsch`n für zünftige Stimmung.

So schnell und zuvorkommend wie die Firma Binz auch bei der Planänderung war, so schnell erfolgte nun im Juli die Bauabnahme. Jetzt war Eigenleistung gefordert und wurde auch spontan erbracht. So begann bereits einen Tag später der Innenausbau (Anbringen der Stahlplatten an der Nordseite). Die nicht sehr angenehmen Rigipsarbeiten (Schleifen) werden in Angriff genommen. Der Telefon- und Stromanschluß werden verlegt. Das erste Licht geht uns am 05. August .2003 auf.

Eine Druckerhöhungsanlage muss eingebaut werden. In der Schreinerei Meier werden in Eigenleistung parallel unter anderem Elemente für die Holzdecke, Inneneinrichtung, Tische, Stühle, Fahnenschrank usw. angefertigt. Im Außenbereich wird der Gastank verfüllt, das Gebäude zweimal gestrichen und mit den Pflasterarbeiten begonnen.

Engagement und Eigeninitiative

Isolierung, Bodenheizung und Estrich werden verlegt. Elektro- und Fliesenarbeiten folgen darauf. Viel Einsatz benötigen die Verlegearbeiten und Verfugungen des Juramarmors im Schießstand. Die Innentüren werden gesetzt, die Wände verspachtelt, geschliffen und die Malerarbeiten durchgeführt. Die Sanitäranlagen und die elektrische Installation werden zügig durchgeführt. Und so können bald die Vorhänge angebracht werden. Schön langsam wurde unser Vereinsheim „bewohnbar“.

Intensives Engagement und Eigeninitiative sind der Erfolgsfaktor für eine schnelle Fertigstellung unseres neuen Schützenhauses. Durch die großzügige Unterstützung von Privatpersonen und Firmen ist es möglich das Vereinsheim so schön zu gestalten. Die Arbeiten werden so schnell zügig vorangetrieben, dass unsere Weihnachtsfeier am 20. Dezember.2003 erstmals in den neuen Räumen stattfinden kann.

Der Auszug bei der Familie Gloßer

Bereits am 18. Januar.2004 kann in einem feierlichen Rahmen vom bisherigen Vereinslokal Gloßer ins neue Vereinsheim in der Wiesenstraße umgezogen werden. Untermalt von der „Tauberfelder Blasmusik“ dankt der 1.Schützenmeister Josef Meier dem Vereinswirt Ludwig Gloßer sen. für die jahrelange Gastfreundschaft. Dieser wiederum zeigt sich mit einer großzügigen Baubierspende und den besten Wünschen für die Zukunft erkenntlich.

Der Auszug aus dem alten Vereinslokal

Der Einzug ins neue Schützenheim

Von Marschmusik begleitet wird die Vereinsfahne abgeholt, welche die Familie Meier seit der Fahnenweihe 1957 pfleglich aufbewahrt. Der Verein bedankt sich hierfür in Form eines Präsentkorbes.

Anlässlich des Einzuges stiftet Martin Meier sen. eine stattliche Jugendkette. Bei zünftiger Stimmung und verschiedenen Einlagen wird der Einzug in das neue Vereinsheim von zahlreichen Gästen gebührend gefeiert. Unsere fleißigen Damen sorgen für Kaffee und Kuchen, die Theke muss ihre erste Feuerprobe bestehen, und fast hätten die Plätze für die Gäste nicht ausgereicht, so groß war das Interesse für unser neues Vereinsheim.